15 Juli 2019
Trolleybuseinsatz weiter reduziert
Im Dezember besuchte eine Arbeitsgruppe des Stadtrats den städtischen Verkehrsbetrieb „Balakovo Electrotrans“, um die Erfordernis zu beurteilen, Mittel aus dem Haushalt 2019 bereitzustellen. Es bestand Einvernehmen, dass der Trolleybusbetrieb beibehalten wird. Die letzte Neubeschaffung von Fahrzeugen erfolgte vor 10 Jahren mit 23 Trolleybussen des Modells ZiU 682. Von diesen erst 10 Jahre alten Fahrzeugen sind nur noch 17 Einheiten in Betrieb. Die übrigen Wagen dienen als Spender für Ersatzteile zur Reparatur der übrigen Wagen. Insgesamt sind noch 50 Einheiten vorhanden. Für den Ausbau des Liniennetzes in den letzten Jahren wurden Autobusse beschafft. Deren Anzahl stieg von zwei Wagen in 2012 auf 38 Einheiten in 2017. Entsprechend stieg die Anzahl der Autobuslinien. So führte ab 2016 eine Autobuslinie 15 über eine neue Wolga-Brücke. Über diese neue Brücke sind zwar die Masten der Beleuchtung für die Aufnahme der Oberleitung ausgerichtet, aber es fehlten die Finanzmittel zum Bau der Fahrleitung.
Aufgrund der Reduzierung des Trolleybusbetriebs auf sechs Linien arbeiten die Trolleybusse mit Verlust, insbesondere da der Strombezug wesentlich teurer als der Kraftstoff für die Autobusse ist. Von den sechs Linien (2,4,5,5A,6 und 11) verkehrt nur die Linie 5 und 5A in einem dichten Takt von 9 bis 20 Minuten.
Der Trolleybusbetrieb wurde vor über 50 Jahre am 3.11.1967 aufgenommen. Die Stadt an der Wolga, rund 100 km flussaufwärts von Saratov gelegen, zählte 1959 nur 36.000 Einwohner, aber durch die Entwicklung einer umfangreichen chemischen Industrie und dem Bau eines Wasserkraftwerks an der Wolga wuchs die Zahl der Einwohner auf über 100.000 Einwohner im Jahr 1970 und steigerte sich auf rund 200.000 Einwohner in den 90er Jahren. Entsprechend wurde der Trolleybusbetrieb ausgebaut und bis 1985 wuchs die Wagenflotte auf 89 Fahrzeuge, für die in diesem Jahr ein Depot mit einer Kapazität von 100 Fahrzeugen eröffnet wurde. Bis 1999 standen für die 7 Trolleybuslinien rund 100 Trolleybusse zur Verfügung, die in zwei Depots beheimatet waren. Das zweite Depot schloss bereits im Jahr 2004, es lag an der Überland-Trolleybuslinie 3 zum Kernkraftwerk, welches rund 8 km vom Stadtgebiet entfernt liegt, aber nicht mehr von Trolleybussen bedient wird.
Juergen Lehmann