24 Juli 2017
Wiederverwendung von ehemaligen Luzerner Anhängern
Die Verkehrsbetriebe im schweizerischen Luzern hatten längere Zeit Käufer gesucht für ihre Niederflur-Trolleybusanhänger, nachdem die Anhängergespanne sukzessive durch Gelenk- und Doppelgelenkwagen ersetzt worden waren. Von den insgesamt 16 zwischen 1998 und 2005 beschafften Hess/Lanz+Marti-Anhängern waren die Wagen 301-311 schon 2014 abgestellt worden. Die letzten fünf Wagen 312-316 werden noch in diesem Jahr folgen.
Der erste der Anhänger war der Vereinigung „Rétrobus“ geschenkt worden, zwei Anhänger vom Baujahr 2002 hatte die PostAuto Schweiz AG zum Einsatz im Raum Lauterbrunn übernommen. 2015/16 gelang der Verkauf von sieben weiteren Wagen an die Wern-Group, die den Stadtverkehr im westfälischen Siegen betreibt. Vor allem im Schülerverkehr werden die Anhänger hinter neu gelieferten MAN-Dieselbussen eingesetzt. Im Jahr zuvor hatte Wern schon einen Göppel G11-Anhänger gebraucht erworben (Baujahr 2007, ex Fa.Scholten, Xanten ex Fa. Rübenacker, Nagold) und damit gute Erfahrungen gemacht.
Insgesamt sieben Anhänger aus Luzern, die am 17. August 2016 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, tragen in Siegen die Nummern 487-493 (ex Luzern 304, 305, 306, 307, 302, 303 und 309), davon sind die ersten sechs vom Baujahr 1998 und der letzte Nr. 493 vom Baujahr 2002.
Schon in der Vergangenheit, beim 1969 eingestellten Obusbetrieb in Siegen, gab es Personenanhänger im regelmässigen Linienverkehr. Mit einer beachtlichen Gesamtlänge von 22 m ersetzten beispielsweise im Mai 1952 zehn Anhängerzüge der Waggonfabrik Uerdingen den Straßenbahnverkehr auf der Siegener Linie 1. Die damaligen Anhänger hatten eine Wagenkastenlänge von 9,68 m, mit Deichsel waren die Anhänger fast so lang wie die 11,1 m langen Zugwagen des Typs ÜHIIIs. Bedingt durch die in 1953 schrittweise verringerte Zulässigkeit von Buszügen verkehrten die Anhängerzüge in den Folgejahren mit Ausnahmegenehmigung und wurden Anfang der 60er Jahre durch nur 16,5 m lange Gelenkobusse ersetzt, die dann bis zur Einstellung des elektrischen Betriebs auf der Obuslinie 1 zum Einsatz kamen. Diese Linie wird heute als Buslinie R10 im 15-Minuten-Takt betrieben, damals (Fahrplan 1955) verkehrte alle 10 Minuten der Obus bis Geisweid und alle 20 Minuten bis Kreuztal.
Nach Informationen von Stefan Limburg
Mehr über den ehemaligen Obusbetrieb in Siegen ist im Buch Obusse in Deutschland – Band 2: Nordrhein-Westfalen – Hessen aus dem Verlag Kenning zu finden.
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oben: Der Siegener Anhänger 490 begann sein Leben als Trolleybusanhänger 307 in Luzern. Trotz seiner inzwischen 19 Jahre bildet er nun hinter dem 2016 neu gelieferten MAN Lion’s City Niederflur-Dieselbus einen Buszug von 23m Länge. Aufnahme: Stefan Limburg
unten: Etwas kürzer mit 22 m, aber unter kompletter Ausnutzung der damals erlaubten Buslänge, waren die 1952 in Dienst gestellten Obuszüge, hier der ÜHIIIs Nr. 55 mit dem baugleich anmutenden Anhänger 112. Aufnahme: Werkfoto Waggonfabrik Uerdingen (Slg. Werner Stock)