Workshops

Oberleitungsnetze als Energie-Hubs der Zukunft

Wie bestehende Trolleybusinfrastruktur zur Energiewende, Netzstabilität und resilienten Städten beitragen kann.

23. Febraur 2026

Gdynia

Vom Verkehrsnetz zum intelligenten Energiesystem für die Stadt.

Wie können bestehende Trolleybusnetze zu einem zentralen Baustein der urbanen Energiewende werden? Dieser Frage widmete sich ein internationaler Workshop, den PKT Gdynia gemeinsam mit den EU-Projekten eBRT2030 und CE4CE veranstaltete. Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Verkehrsunternehmen, Universitäten, Forschungseinrichtungen und der Industrie diskutierten, wie vorhandene Oberleitungsinfrastruktur künftig weit mehr leisten kann als den Betrieb elektrischer Busse.

Im Mittelpunkt stand die Vision, Trolleybusnetze zu intelligenten, multifunktionalen Energie-Hubs weiterzuentwickeln. Moderne Gleichstromnetze können nicht nur Fahrzeuge versorgen, sondern auch erneuerbare Energien integrieren, Lastspitzen reduzieren, Energie speichern und damit die Resilienz urbaner Energiesysteme erhöhen. Bestehende Verkehrsinfrastruktur wird so zu einem aktiven Bestandteil der Energiewende.

Der Workshop zeigte diesen Ansatz anhand konkreter Praxisbeispiele. PKT Gdynia präsentierte seine Photovoltaikanlage auf dem Depotdach, deren erzeugter Strom direkt in das Oberleitungsnetz eingespeist wird und so den Betrieb der Trolleybusflotte unterstützt. Darüber hinaus wurden die Vision des Gdynia Trolley Grid Energy Hub, innovative Konzepte für Gleichstrom-Traktionsnetze als intelligente Energieinfrastruktur, Erfahrungen der Stadt Arnhem sowie technische Lösungen für integrierte Elektromobilität vorgestellt. Die Veranstaltung endete mit einer offenen Diskussion über zukünftige Kooperationen und die Weiterentwicklung nachhaltiger Verkehrs- und Energiesysteme.

Insgesamt nahmen 15 Expertinnen und Experten aus öffentlichen Verwaltungen, Verkehrsunternehmen, Forschungseinrichtungen und Technologieunternehmen teil. Vertreten waren unter anderem die Stadt Gdynia, PKT Gdynia, die Stadt Arnhem, die Technische Universität Delft, die Technische Universität Danzig, die Maritime Universität Gdynia sowie AREX, OPEC und PPNT Gdynia.

Der Workshop machte deutlich, dass bestehende Trolleybusinfrastruktur weit über ihre ursprüngliche Funktion hinaus genutzt werden kann. Die vorgestellten Praxisbeispiele und Diskussionen zeigten, welches Potenzial in der intelligenten Verknüpfung von Mobilitäts- und Energiesystemen steckt.

Erkenntnis aus dem Workhsop

  • Bestehende Trolleybusnetze können sich zu urbanen Energieplattformen entwickeln.
  • Oberleitungsinfrastruktur unterstützt die Integration erneuerbarer Energien und erhöht die Netzstabilität.
  • Gleichstromnetze bieten Potenzial für Smart-Grid-Anwendungen und neue Energiedienstleistungen.
  • Die enge Zusammenarbeit zwischen Städten, Verkehrsunternehmen, Wissenschaft und Industrie ist entscheidend für die Umsetzung innovativer Energiekonzepte.
  • Trolleybusinfrastruktur schafft zusätzlichen Mehrwert – nicht nur für den öffentlichen Verkehr, sondern für das gesamte städtische Energiesystem.