30 Mai 2011
Weitere Verschleppung der Bauarbeiten
Die Erweiterung der bisherigen Kleinanlage des spurgeführten Trolleybus‘ in Castellón de la Plana erweist sich mehr und mehr als unendliche Geschichte:
Die Bauarbeiten auf der der Verlängerungsstrecke von der bisherigen Endstation Parque Ribalta durch den Park, die Innenstadt und entlang der Hauptstraße zur Küste, zum Grao, gehen weiterhin nur sehr langsam voran, ein Eröffnungstermin ist nun frühestens für 2012 zur erwarten, wird aber von offizieller Seite auch nicht bestätigt. Die weiteren Verlängerungen entlang der Strandküste nach Norden bis Benicassim sowie der Bau der geplanten zweiten Strecke Castellón-Almassora-Vila-real-Borriana sind in weitere Ferne gerückt. Realistisch auf mittlere Sicht erscheint damit lediglich die Fertigstellung der 8 km langen Linie 1 Universidad – Innenstadt – Grao, während die weiteren Ausbauten auf insgesamt 40 km Länge im gegenwärtigen Umfeld in den nächsten 2-3 Jahren kaum zu erwarten sind.
Ursächlich für die Misere ist neben den schon früher erwähnten Verzögerungen durch eine Protestbewegung, die sich gegen die 300 Meter lange Querung des Parque Ribalta wendet, vor allem die katastrophale Finanzlage der Region Valencia, die für den Großteil der Investionskosten aufkommen muss. Valencia ist die am meisten verschuldete Region im ganzen Land und kann schon jetzt seinen Zahlungsverpflichtungen kaum nachkommen. Für die weiteren Ausbauten werden Finanzierungsalternativen unter Beteiligung privater Investoren im Rahmen sogenannter „Public Private Partnerships“ untersucht, doch dürften solche Investoren im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld nicht leicht zu finden sein.
Für die Strecke der Linie von der Universität zum Grao werden Gesamtinvestionskosten von EUR 90 Mio. genannt. Um diese Strecke vollständig in Betrieb nehmen zu können, ist auch die Erweiterung des bisher aus nur drei Cristalis-Zweiachsern bestehenden Fuhrparks nötig. Der Hersteller hat die Produktion dieses Modells inzwischen aufgegeben.
Foto: Endstelle Universität, die nur während der Vorlesungszeit angefahren wird, ansonsten enden die Wagen eine Haltestelle zuvor und wenden im Hilfsantrieb. Nur an einer der beiden Haltepositionen ist die Spurführung markiert. Aufnahme: Dirk Budach