31 August 2009
Überlebende aus Portugal
Die Verkehrsbetriebe im kasachischen Almaty übernahmen 2000 aus Porto eine Flotte von 14 Zweiachsern und 9 Gelenkwagen, die EFACEC/Kiepe 1984/85 geliefert hatten und die seit Einstellung des Obusbetriebs in Porto am 27.12.1997 im Depot Areosa funktionslos abgestellt waren. Die STCP hatte sich vor der Abgabe nach Kasachstan vergeblich um einen Verkauf an andere europäische Betriebe bemüht, auch chinesische Interessenten waren im Gespräch. Der Verkaufspreis betrug für alle 23 noch gut erhaltenen Wagen (durchschnittliche Laufleistung < 250.000 km) zusammen weniger als 100.000 Euro.
Die Wagen wurden in Almaty umlackiert und kurzfristig alle in Betrieb genommen. Sie bewährten sich jedoch nicht sehr gut aufgrund des schlechten Straßenzustands und der damit verbundenen starken Beanspruchung, aber auch aufgrund ihrer unzureichenden Heizung im Winter. Ersatzteilprobleme taten ein übriges, sodaß alle Obusse zwischen 2001 und 2005 schon wieder ausschieden. Zuvor waren sie noch mehrfach umnummeriert worden.
Bis heute überlebten der ehemalige Gelenkwagen 1150 (ex Porto 165), in zwei Teile zerlegt als Lagerraum, und der Zweiachser 1167 (ex Porto 65) als Aufenthaltsraum an der Endstelle Margulan der Linie 2.
Je ein Solo- und ein Gelenkwagen (Nr. 74 und 167) der gleichen Bauart verblieben zunächst in Porto für das dortige Verkehrsmuseum, wurden aber vor einigen Jahren zum einzigen im Land noch bestehenden Betrieb in Coimbra verbracht. Der Gelenkwagen kehrte inzwischen nach Porto zurück als Museumswagen, der Zweiachser soll in einigen Jahren folgen.
Fotos
oben: Trolleybus 1167 als Aufenthaltsraum an der Endstelle Margulan.
unten: Heckteil vom früheren Gelenkwagen 165 als Lagerraum.
Aufnahmen mit freundlicher Genehmigung von der web page http://almaty-trolleybus.narod.ru/ (Maxim Golbrayht) entnommen.