2 Juni 2021
Erneuerung des Wagenparks mit Fördermittel geplant
Ab dem 1. Januar 2021 werden alle kommunalen Linien im Rahmen eines Vertrags von der Stadt übernommen. Die jeweiligen Betriebe erhalten eine feste Summe für die durchgeführten Fahrten. Die Anzahl der Trolleybuslinien wurde auf zwölf reduziert, ab dem 1. Januar wurden die Linien 1, 2, 18 und 27 eingestellt und dafür andere Linien verdichtet. Daneben verkehrt auch weiterhin die Linie 6, auf der aber nur einige Fahrten angeboten werden und sie somit nicht als vollwertige Linie gilt, sowie die Linie 21, die nur während der Sommermonate vom 1. Mai bis 15. Oktober verkehrt.
Insgesamt umfasst der Wagenpark 199 Trolleybusse, davon befinden sich 115-120 Einheiten seit Oktober 2020 nach Reduzierung des Fahrangebots auf den Linien aufgrund fehlender Fahrer und Schaffner. In den letzten 25 Jahren ist die Zahl der mit Trolleybussen beförderten Personen stetig zurückgegangen, in 1995 waren es noch 253,6 Mio. Fahrgäste, bis 2017 sank die Anzahl auf 20,8 Mio., aber stieg leicht wieder bis 2019 auf 21,6 Mio. Fahrgäste. Die Anzahl der Linien sank im gleichen Zeitraum von 22 auf 19 und wie vor erwähnt nun auf 12.
Das öffentliche Verkehrssystem verlor den Personenverkehr an die zahlreichen Kleinbusunternehmer, obwohl diese sich das Recht nehmen, ihren Fahrpreis nach eigenem Ermessen laufend zu erhöhen. Mehr als 70 % des Personenverkehrs werden von Kleinbussen abgedeckt. Nun wird bis 2024 der Vorschlag der Stadt realisiert, die Befugnisse zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs auf die Region zu übertragen.
Ein weiteres Problem ist die Überalterung des Wagenparks. Bereits im Januar 2014 lag das Durchschnittsalter eines Trolleybusses bei 18 Jahren, da seitdem kein Neufahrzeug hinzukam, überschritt das Alter 2017 die Grenze von 20 Jahren und liegt nun weit darüber. Die bis über 30 Jahre alten ZIU-Trolleybusse wurden im Zeitraum von 2002 bis 2009 im Ural-Autoreparaturwerk (UralARZ) in der Stadt Miass einer umfassenden Sanierung (CWR) unterzogen. Mehr als 110 Trolleybusse erhielten eine Generalüberholung, womit ihre Lebensdauer um 10-15 Jahre verlängert wurde.
Eine Planung im September 2020 sah vor, dass mit Unterstützung des Bundeshaushalts 100 neue Busse, 50 Straßenbahnen und 50 Trolleybusse für Tscheljabinsk angeschafft werden sollten, dieser erste Schritt sollte 2021 bereits realisiert werden. Bislang konnte aber bis Juni 2021 lediglich angekündigt werden, dass die Stadt einen Betrag von 1,9 Mia. Rubel für den Kauf von 150 Gasbussen erhalten soll.
Juergen Lehmann