9 Mai 2011
Erste Gelenktrolleybusse für die EM 2012
Neben Kiew, Lemberg und Kharkov ist Donezk einer der Austragungsorte der EM 2012. Das EM-Stadion „Donbass Arena“ wurde bereits 2006-2009 neu errichtet und bietet eine Gesamtkapazität von 51.504 Sitzplätzen. Das Stadion ist angebunden über die Straßenbahnlinie 1 vom Bahnhof aus, südlich am Stadion hat die Trolleybuslinie ihre Endstation, die in die östlichen Stadtteile führt. Vom Flughafen kann die Trolleybuslinie 9, und vom Bahnhof auch die Trolleybuslinie 2 genutzt werden, von deren Haltestelle in der Nähe des Stadions ist jedoch ein Fußweg von rund 10 Minuten in Kauf zu nehmen.
Auf der Trolleybuslinie 2 kommen seit Ende April neue Gelenktrolleybusse des Typs LAZ-Е301А1 zum Einsatz. Der Bürgermeister nahm anlässlich eines Pressetermins am 12.4.2011 die ersten Einheiten in Augenschein, insgesamt sind 15 Wagen geliefert und mit den Betriebsnummern 2300-2314 nach den erforderlichen Fahrerschulungen im Linieneinsatz. Weitere 30 Solowagen in Produktion. Es besteht die Absicht 143 Trolleybusse bis zur EM neu zu beschaffen.
Für die Erneuerung des Wagenparks in den EM-Städten wurde bereits am 30. März 2010 in Lviv ein Memorandum über die Zusammenarbeit mit dem Ministerkabinett der Ukraine feierlich unterzeichnet. Dieses sieht die Fertigung von 1500 Bussen und 500 Trolleybussen für die vier EM-Austragungsorte durch die Firma LAZ (Lemberger Busfabrik) vor. Die Fahrzeuge werden auf Pacht für 10 Jahre beschafft, eine erste Zahlung der Städte, die an dem Programm teilnehmen, wird 10% betragen.
Nachdem bereits Kharkov 31 Gelenktrolleybusse erhalten hat, stellen die ersten 15 Niederflur-Gelenk-Trolleybusse E301A1 neues Modell für den Betrieb in Donezk dar, sie sind mit speziellen Computersystemen und einem leistungsfähigen Drehstrommotoren ausgestattet. Hierdurch wird bis zu 40% Ersparung des Stromverbrauchs und einen geringeren Wartungsaufwand erwartet.
Die neuen Trolleybusse erhalten eine Klimaanlage der deutschen Firma Konvekta, die Achsen stammen von der Firma ZF, auch die ergonomisch geformten Sitze lieferte eine deutsche Firma zu, so die Herstellerangaben.
Auch der Innenbereich ist innovativ gestaltet. Verglaste Oberlicher bringen tagsüber Helligkeit, nachts sorgen anstelle der traditionellen Glühbirnen LEDs für eine ausreichende Beleuchtung. Die Kosten für einen Gelenktrolleybus betragen mehr als vier Millionen Griwna (umgerechnet 367.000 Euro).
Foto:
Vor dem Bahnhof steht der neue LAZ-Gelenktrolleybus 2304 zwar als Linie 2 beschildert, jedoch führte er nur Schulungsfahrten am 01.05.2011 durch. Aufnahme: Dima Yagodkin
Juergen Lehmann