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City News

Neue gebrauchte Trolleybusse

23 Oktober 2023

Der Verkehrsbetrieb der Stadt LPE (Lutsk Elektrotransport-Betrieb, Луцьке підприємство електротранспорту) hat vier weitere gebrauchte Trolleybusse aus Lublin beschafft, darunter die beiden letzten Jelcz-Trolleybusse 3852 und 3858 und zwei Solaris Trollino 3837 und 3838. Die neuen Trolleybusse erhielten die Wagennummern 030 bis 033.

Bei den Jelcz-Wagen handelt es sich um zwei von drei in 2011/2012 mit neuen Wagenkasten versehenen älteren hochflurigen Trolleybussen des Typs Jelcz PR-110E, welche nach dem Umbau als neue Einheiten vom Typ SAM MPK Lublin II (SAM für Selbstbau) und nachfolgend die neuen Wagennummern 3841, 3852 und 3858 erhielten. In der Tat handelt es sich hierbei um leicht modifizierte Aufbauten von Jelcz M121M-Bussen noch aus den 1990er Jahren, die nur zwischen der Vorder- und Mitteltür niederflurig waren. Diese Bauart ist bekannt von drei Trolleybussen, je einem in Gdynia, Lublin und in Kaunas (zwei davon später auch in Lutsk). Diese Aufbauten wurden in den zwischen 2006 und 2008 gebauten Omnibussen mit Iveco-Motoren Jelcz M121I4 verwendet.  Dementsprechend wurden die Trolleybusse inoffiziell als Jelcz M121E4 benannt.

Wegen der inzwischen angelaufenen größeren Beschaffungen von Neuwagen wurden diese Trolleybusse in Lublin kaum benutzt und standen seit einigen Jahren abgestellt im Depot. Der Wagen 3841 wurde leider Ende 2022 für Übungen an die Flughafen-Feuerwehr abgegeben und nachfolgend verschrottet. Während der tägliche Betrieb von Jelcz-Wagen nicht zu größeren Unterhaltungsproblemen führen sollte, handelt es sich bei den beiden Solaris Trollino um zwei verschiedene Wagen. Der Wagen 032 gehört zu den ersten von Medcom ausgestatteten Trolleybussen, der andere ist mit einer Cegelec-Ausrüstung versehen. Die beiden Trolleybusse wurden ebenfalls in den letzten Jahren kaum in Lublin benutzt, neben ihrer Einzigartigkeit auch wegen der verringerten Nachfrage nach Wagen ohne Hilfsantrieb. Daher haben sie ebenfalls eine geringe Laufleistung. Andererseits sind aber die bisherigen Erfahrungen von LPE mit moderneren Antrieben nicht besonders gut, von den sechs früher beschafften polnischen Wagen mit AC- bzw. IGBT DC-Antrieben wurden bereits drei in Lutsk auf Widerstand-Steuerung umgebaut und die anderen verschrottet bzw. abgestellt, so zum Beispiel der aus einem Autobus DB O405N umgebaute Wagen 235.

Die LPE verfügt zurzeit über 77 Trolleybusse, wovon etwa 40-50 Wagen für den täglichen Betrieb benötigt werden. Neben der 29 neuen, in den Jahren 2020-2022 beschafften Bogdan 70117-Trolleybussen (001-029) sind noch etwa zehn Jelcz-Wagen verschiedener Modelle aus Lublin sowie ein dreiachsiger Bogdan E231 (204), ein kürzerer Bogdan T50110 (207), zwei JUMZ (197, 200), die zwei oben erwähnte Solaris-Trollino und noch etwa sieben ZIU-682 betriebsfähig.

Das Schicksal der restlichen Trolleybusse ist ungewiss, es wurde bereits entschieden, keine Instandsetzungen mehr durchzuführen. Somit sind erste Abstellungen in Kürze zu erwarten. Die Beschaffung von weiteren 30 Neuwagen ist geplant, doch wegen des Krieges und der unsicheren wirtschaftlichen und finanzieller Lage des Landes wird sich die Bekanntmachung einer Ausschreibung auf unbestimmte Zukunft verzögern.

Die Trolleybusse werden zurzeit auf 9 Linien eingesetzt. Der einfache Fahrpreis wurde in Juli von 6 auf 8 UAH erhöht. Die LPE steht im Wettbewerb zu privaten Omnibusbetrieben, die auf Stadtbuslinien mit mehreren Kursen verkehren und trotz höherer Fahrpreise (15 UAH) ohne Ermäßigungen die Fahrgäste vor den Trolleybussen abnehmen. Zumal kommen in immer größeren Stückzahlen niederflurige 12-Meter lange Autobusse, größtenteils aus den Niederlanden statt der üblichen Kleinbusse zum Einsatz.

Interessanterweise geht der Fahrpreis, obgleich Fahrgäste sowohl in Trolleybussen als auch in Bussen mittels entweder speziellen Zahlungskarten oder der üblichen Bankkarte die Fahrten bezahlen,  direkt an die einzelnen Betriebe ohne über die städtische Ebene zu laufen.  

Turzanski