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City News

Starke Konkurrenz durch Marshrutkas

1 März 2010

In der erste 1932 gegründeten Stadt, rund 1250 km nordöstlich von Moskau und knapp 280 km nördlich von Perm gelegen, verkehrte im März 1961 der erste Trolleybus. Das Netz wuchs auf 18 Linien an, darunter eine über 10 km lange Überlandlinie, die 1969 eröffnet wurde, aber schon 1985 wieder abgebaut wurde.
Nun verblieben 11 Linien, darunter zwei Ringlinien, die von 26 bzw. 24 betriebsfähigen Trolleybussen befahren werden. Obwohl 12 neue Trolleybusse in 2005 beschafft wurden (10 VZTM-5284 Nr.147-156 und zwei ZIU 682G-016.02 Nr.157,158) steht der privatisierte Obusbetrieb vor dem Bankrott. Die Konkurrenz von Privatunternehmern ist hoch, diese bieten den gleichen Fahrpreis von 10 Rubel für die Fahrt im Minibus bzw. Taxibus (Marshrutkas). Weiter klagen die Fahrer über mangelndes Einkommen, viele sind zum Trolleybusbetrieb in das 300 km entferne Jekaterinburg gewechselt, wo geregelte Arbeitszeit und Arbeitslohn geboten wurde. Die verbliebenen Fahrer erhalten ein geringes Grundeinkommen und werden am Gewinn des Unternehmens beteiligt, ein hoher Fahrscheinverkauf gewährleistet erst ein angemessenes Einkommen. Hindernis ist aber die mangelhafte Unterhaltung der Wagen, so können Fahrer oft mangels betriebsfähigen Trolleybus ihren Dienst nicht verrichten.
Zu den 26 verbliebenen Obussen zahlen neben den 12 jüngeren Fahrzeugen, den BTZ-5276-01 Nr. 140, 141 sowie den BTZ-5276-04 Nr. 142-145 einige ZIU 682 unter anderem Nr. 90 von 1989 und Nr. 122 von 1993.
In Anbetracht der starken Konkurrenz der Minibusse droht dem privaten Trolleybusbetrieb die Einstellung, es bleibt zu hoffen, daß sich die Gemeinde für den Beibehalt des umweltfreundlichen Verkehrs einsetzt.

Foto:
Einer der vor fünf Jahren gelieferten Neufahrzeuge ist der VZTM-5284 Nr.150, die Vermietung der Außenfläche für Ganzreklamen half bei der Finanzierung der Wagen. Aufnahme: Georgy Krasnikov (www.transportglobus.info)

Juergen Lehmann