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Schaffhausen [CH] - Der lange Weg zur Erweiterung des Trolleybusnetzes

J. Lehmann - 11.08.2014

Gemäß dem Mitte 2012 eingereichten Agglomerationsprogramm der 2. Generation ist die Erweiterung des Trolleybusnetzes geplant. Nach Prüfung der Programme soll für die kalkulierten 13 Mio. CHF für die Erweiterung des Trolleybusnetzes von den eidgenössischen Räten ein Zuschuss von 4,38 Mio. CHF in 2015 zugeteilt werden. „Mit der Umstellung einer zweiten nachfragestarken Hauptbuslinie von
Diesel- auf Strombetrieb (Linie 3 Sommerwies–Krummacker) kann die Umweltbilanz des städtischen Busbetriebs verbessert und der Anteil erneuerbarer Energie gesteigert werden. Die Netzerweiterung erhöht zudem die Effizienz des Trolleybusbetriebs, weil sich die Fixkosten für den Unterhalt der Fahrzeuge und Fahrleitungen auf eine größere Leistungsmasse verteilen“, so die Begründung im Schlussbericht des Agglomerationsprogramms Schaffhausen zweite Generation. Zudem wird die „verminderte Lärmbelastung entlang städtischer Hauptbuslinie, vor allem in den Steigungsabschnitten“ hervorgehoben. Den Kosten liegt eine Schätzung der Firma Kummler+Matter vom 26. Juli 2007 zu Grunde, die für die Elektrifizierung der 8,4 km langen Linie 3 Investitionskosten für den Oberleitungsbau von rund 9 Mio. CHF ermittelte. Für die fünf geplanten Gleichrichteranlagen für die Stromversorgung mit Gleichstrom werden rund 4 Mio. CHF angesetzt. Für die 2001/2003 beschafften 12 Volvo/Hess-Dieselgelenkbusse sollen 2018 sieben Trolleybusse und fünf neue Gelenkautobusse beschafft werden, so der Schlussbericht vom 22. Juli 2008 der Firma INFRAS zur zukünftige Zusammensetzung der VBSH-Busflotte. Für Umsetzung wird nach Klarstellung der finanziellen Rahmenbedingungen mit einem Zeitraum von fünf Jahren gerechnet. Eine Vorlage für den Stadtrat kann erst nach Entscheid des Kantons über die Mittelfreigabe des Agglomerationsprogramms zweite Generation erarbeitet werden. Nach deren positiven Entscheid ist mit einer mehrjährigen Verfahrens- und Realisierungsdauer zu rechnen. Rund zwei Jahre wird das Durchlaufen der demokratischen Instanzen wie Stadtrat, Grosser Stadtrat, Volksabstimmung dauern. Anschließend wird das Plangenehmigungsverfahren wegen der möglichen Einsprachen gegen Maststandorte und Gebäudebefestigungen ebenfalls mindestens zwei weitere Jahre beanspruchen wird, so dass bei rund einem Jahr Bauzeit eine Umsetzung bei positiven Entschluss frühestens 2020 zu erwarten ist.

Die zehn Volvo/Hess-Dieselbusse aus den Jahren 1995 bis 1998 werden derzeit durch Neufahrzeuge ersetzt. Insgesamt 17 neue Mercedes-Citaro-Busse wird EVO-Bus bis Ende 2014 an die städtischen und regionalen Verkehrsbetriebe liefern. Die Ausschreibung der erstmalig gemeinsamen Busbeschaffung erfolgte unter Federführung der VBSH in 2013, die ersten drei neuen Regionalbusse kamen bereits ab dem 15. Dezember 2013 zum Einsatz, die VBSH erhielt ihre ersten Neufahrzeuge Anfang 2014.

Fotos:
oben: Mit dem ersten Agglomerationsprogramm konnte der Trolleybusbetrieb gesichert werden, seit September 2011 stehen sieben neue SwissTrolley auf der Linie 1 im Einsatz, hier Wagen 105 am 12.07.2013. Aufnahme: Reiner Battenberg
unten: Künftig mehr Trolleybusse vor dem Bahnhof Schaffhausen? Der 12-jährige Volvo/Hess-Gelenkautobus im Einsatz auf der Linie 3 und die beiden SwissTrolleys 101 und 102 warten auf Umsteiger. Aufnahme: J. Lehmann, 10.07.2014.

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